Keilrahmen bauen

 

In jedem dritten Anfängerbuch wird beschrieben, wie man einen Keilrahmen zu bauen hat. Ich möchte hier beschreiben, wie ich meine Keilrahmen baue. Schwerpunkt dabei, meine kleinen Eigenheiten...

 

 

 

So sieht mein eigenes Handwerkszeug aus:

Maurerwinkel, Bleistift und Zollstock zum markieren der Leinwandgrösse auf der Rollenleinwand, Schere zum Ausschneiden. Elektrotacker mit Tackerklammern zum Festtackern des Gewebes. Holzkeilrahmen, auf das das Gewebe gespannt wird. Spannzange zum Spannen und Halten des Stoffes. Entklammerer, falls die Tackerklammer schief sitzt. Hammer zum Nachschlagen der Tackerklammer.

 

 

 

 

 

Das Gewebe wird mit der Rückseite nach oben auf den Tisch gelegt. Die Hölzer werden zusammengesteckt und auf das Gewebe gelegt.

Das Gewebe wird immer von der Mitte zu den Seiten gespannt.

Beim ersten tackern wird das Gewebe von Hand umgeschlagen und zwei bis drei Tackern gesetzt. Gegenüber liegende Seite mit der Spannzange vorspannen und zwei bis dreimal tackern. Dritte und vierte Seite genauso.

Im gleichen Rhythmus des Seitenwechsels jeweils von der Mitte aus links und rechts Spannen und Tackern. Dabei nicht zu stark spannen, damit das Gewebe nicht reisst. Nur bis zur Ecke spannen. Danach die Ecken umschlagen, falten und tackern.

 

So sehen meine Aussenecken aus. Wie man faltet, bringt die Erfahrung oder man experimentiert ein wenig herum. Mancher schneidet auch die Ecke ein, um sie besser falten zu können. Ist aber nicht so schön und nicht traditionell.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier ist zu sehen, dass die diagonalen Überstände möglichst auf der schmalen Bildseite zu kommen haben. Das ist jedoch nur kosmetischer Natur und eine stillschweigende Vereinbarung der Rahmenbauer.

 

Zu sehen ist hier auch, dass ich die Tackerklammern sehr dicht setze um möglichst Faltenbildung auszuschließen. Das Schrägsetzen der Klammern praktiziere ich nicht, da die Körperhaltung dabei sehr anstrengt. Auch schlage ich alle Klammern mit dem Hammer nach um das Tuch bestmöglich zu fixieren.

 

 

So sehen Innenecken bei mir aus.

Da das Gewebe bei Innenecken zu kurz ist und das Holz zu sehen wäre, verkleide ich vor dem eigentlichen Bau die Innenecken separat mit kleinen Gewebestücken, wie man hier schön sieht.

Den Übergang nehme ich in Kauf, getackert wird das nicht mehr.

 

 

 

 

 

 

So sieht eine Überblattung aus. Als Beispiel dient hier ein Kreuz, zwei längliche Leinwände übereinander gelegt. Damit die Hölzer die gleiche Höhe haben, wird aus den Rahmen an den Kreuzungspunkten die Hälfte des Holzes herausgesägt und herausgestemmt. Vorsichtig vorgehen, damit das Holz nicht bricht. Je exakter das gemacht wird, um so präziser gelingt das Spannen der Leinwand.

Bei diffizilen Übergängen verstärke ich die Hölzer mit Flachaluminium oder Aluminium in U-Form.

Löcher ins Aluminium bohren, ansenken und mit Edelstahlschrauben anschrauben.

 

 

Falls noch Fragen sein sollten, einfach eine Email schreiben oder zu mir ins Atelier kommen!